Nagelpilz (Onychomykose) gehört zu den häufigsten Nagelerkrankungen überhaupt. Schätzungen zufolge ist jeder fünfte Erwachsene in Deutschland mindestens einmal im Leben betroffen. Das Tückische: Nagelpilz beginnt oft unauffällig und wird häufig erst spät erkannt. Je früher Sie die Anzeichen deuten, desto besser sind die Behandlungschancen.
Nagelpilz erkennen auf einen Blick
- Häufigste Anzeichen: Gelbliche Verfärbungen, verdickte Nägel, brüchige Struktur, Ablösung vom Nagelbett
- Schnell handeln: Je früher die Behandlung beginnt, desto besser die Heilungschancen
- Verwechslungsgefahr: Nagelpsoriasis, Blutergüsse und altersbedingte Veränderungen sehen ähnlich aus
- Risikofaktoren: Diabetes, Schweißfüße, Schwimmbadbesuche, vorbestehender Fußpilz
- Behandlung: Antimykotische Lacke, podologische Nagelbearbeitung, bei starkem Befall Tabletten
Was ist Nagelpilz? (Onychomykose erklärt)
Nagelpilz ist eine Infektion der Fuß- oder Fingernägel durch Pilzerreger. In den allermeisten Fällen handelt es sich um sogenannte Dermatophyten (Fadenpilze), seltener um Hefe- oder Schimmelpilze. Die Erreger dringen über kleine Verletzungen in den Nagel oder das Nagelbett ein und breiten sich von dort langsam aus.
Am häufigsten betroffen sind die Zehennägel, insbesondere der große Zeh. Das liegt daran, dass die Füße oft in einem warm-feuchten Milieu stecken, das ideale Wachstumsbedingungen für Pilze bietet. Fingernagelpilz kommt deutlich seltener vor.
Nagelpilz ist nicht gefährlich, aber hartnäckig: Ohne Behandlung breitet er sich weiter aus und kann weitere Nägel befallen. Zudem ist er ansteckend, sowohl für andere Personen als auch für die eigenen gesunden Nägel.
Die 7 typischen Anzeichen für Nagelpilz
Nagelpilz entwickelt sich langsam. Die folgenden Anzeichen können einzeln oder in Kombination auftreten:
1. Weiße oder gelbliche Verfärbungen
Eines der ersten Anzeichen sind kleine weiße oder gelbliche Flecken am vorderen oder seitlichen Nagelrand. Diese Verfärbungen unterscheiden sich deutlich von der natürlichen Nagelfarbe und breiten sich mit der Zeit weiter aus. Mehr über die verschiedenen Ursachen von Nagelverfärbungen erfahren Sie in unserem Ratgeber Gelbe Fußnägel: Ursachen und Behandlung.
2. Verdickter Nagel
Ein vom Pilz befallener Nagel wird oft dicker als gewöhnlich. Er kann sich regelrecht aufwölben und lässt sich schwer schneiden. Die Verdickung entsteht, weil der Pilz das Nagelgewebe verändert und vermehrt Hornmaterial produziert wird.
3. Brüchige, bröckelige Nagelstruktur
Der befallene Nagel wird spröde und bröckelt am Rand ab. Einzelne Nagelstücke können sich lösen. Die normalerweise glatte Nageloberfläche wird rau und uneben.
4. Ablösung vom Nagelbett
Im fortgeschrittenen Stadium kann sich der Nagel teilweise oder vollständig vom Nagelbett lösen (Onycholyse). Zwischen Nagel und Nagelbett entsteht ein Hohlraum, in dem sich Luft und Pilzsporen ansammeln.
5. Unangenehmer Geruch
Bei stärkerem Befall kann der Nagel einen unangenehmen Geruch entwickeln. Dieser entsteht durch den Stoffwechsel der Pilze und die Zersetzung des Nagelgewebes.
6. Veränderung der Nagelform
Der Pilzbefall kann dazu führen, dass sich die Form des Nagels verändert. Er kann sich krümmen, wellen oder ungleichmäßig wachsen. In manchen Fällen wird der Nagel so verformt, dass er in die umliegende Haut drückt.
7. Dunkle Verfärbungen (braun bis schwarz)
In einigen Fällen verfärbt sich der Nagel dunkelbraun bis schwarz. Diese Verfärbung entsteht durch bestimmte Pilzarten oder durch Einblutungen unter dem geschädigten Nagel. Bei dunklen Verfärbungen sollten Sie grundsätzlich eine Fachperson aufsuchen, um andere Ursachen auszuschließen.
Nagelpilz oder harmlose Verfärbung? So unterscheiden Sie
Nicht jede Veränderung am Nagel ist gleich Nagelpilz. Es gibt mehrere Zustände, die ähnlich aussehen können. Eine ausführliche Übersicht finden Sie in unserem Ratgeber Verfärbte Zehennägel: Ursachen und wann zum Podologen.
- Nagelverfärbung durch Nagellack: Häufiges Verwenden von dunklem Nagellack kann den Nagel gelblich verfärben. Diese Verfärbung ist oberflächlich und wächst mit dem Nagel heraus.
- Bluterguss unter dem Nagel:Nach einer Verletzung (z. B. Stoß gegen den Zeh) kann sich Blut unter dem Nagel ansammeln. Der Fleck wächst langsam nach vorne heraus.
- Nagelpsoriasis: Bei Schuppenflechte können die Nägel verdickt, verfärbt und brüchig werden. Die Veränderungen sehen Nagelpilz sehr ähnlich, haben aber eine andere Ursache.
- Altersbedingte Veränderungen: Mit zunehmendem Alter werden Nägel oft dicker und gelblicher. Das allein ist noch kein Zeichen für Nagelpilz.
Im Zweifelsfall kann nur eine fachkundige Untersuchung Klarheit bringen. In der podologischen Praxis können wir den Nagel beurteilen und gegebenenfalls eine Probe nehmen, die im Labor auf Pilzbefall untersucht wird.
Risikofaktoren: Wer ist besonders gefährdet?
Bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko für eine Nagelpilzinfektion:
- Feucht-warmes Milieu: Schwitzen in geschlossenen Schuhen schafft ideale Bedingungen für Pilze.
- Gemeinschaftseinrichtungen: Schwimmbäder, Saunen und Umkleidekabinen sind typische Ansteckungsorte.
- Diabetes mellitus: Durchblutungsstörungen und ein geschwächtes Immunsystem begünstigen Pilzinfektionen.
- Durchblutungsstörungen: Schlechte Durchblutung der Füße verlangsamt die Immunabwehr im Nagelbereich.
- Vorbestehender Fußpilz: Eine Fußpilzinfektion zwischen den Zehen kann sich auf die Nägel ausbreiten.
- Höheres Alter: Mit den Jahren wachsen Nägel langsamer und die Immunabwehr lässt nach.
- Nagelverletzungen: Kleine Risse oder Verletzungen am Nagel bieten Pilzsporen eine Eintrittspforte.
Was tun bei Verdacht auf Nagelpilz?
Wenn Sie bei sich Anzeichen für Nagelpilz bemerken, sollten Sie nicht lange abwarten. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Aussichten:
- Nicht ignorieren: Nagelpilz heilt nicht von allein ab. Ohne Behandlung breitet er sich weiter aus.
- Podologische Praxis aufsuchen: Lassen Sie den Nagel fachkundig beurteilen. Eine genaue Diagnose ist die Grundlage für die richtige Behandlung.
- Hygiene beachten: Verwenden Sie für den befallenen Fuß ein separates Handtuch. Wechseln Sie Socken täglich und waschen Sie diese bei mindestens 60 °C.
- Schuhe desinfizieren: Pilzsporen können in Schuhen überleben. Spezielle Schuhdesinfektionssprays helfen, eine erneute Ansteckung zu vermeiden.
Nagelpilz-Verdacht? Wir helfen Ihnen weiter.
In unserer Praxis in Potsdam beurteilen wir Ihren Nagel und besprechen die passende Behandlung.
Jetzt Termin vereinbarenBehandlungsmöglichkeiten im Überblick
Die Behandlung von Nagelpilz hängt davon ab, wie weit der Befall fortgeschritten ist:
- Antimykotische Nagellacke: Bei leichtem Befall (weniger als die Hälfte des Nagels betroffen) können spezielle Nagellacke mit pilzabtötenden Wirkstoffen wie Ciclopirox oder Amorolfin helfen. Diese werden mehrmals wöchentlich aufgetragen.
- Podologische Nagelbearbeitung: Die Podologin trägt den befallenen Nagelanteil fachgerecht ab, damit die antimykotischen Wirkstoffe besser eindringen können. Das verbessert die Wirksamkeit der lokalen Behandlung erheblich.
- Systemische Therapie (Tabletten): Bei starkem oder lang bestehendem Befall kann der Arzt Tabletten mit antimykotischen Wirkstoffen verschreiben. Diese Behandlung dauert in der Regel mehrere Monate.
Erfahren Sie mehr über die Nagelpilzbehandlung in unserer Praxis.
Nagelpilz vorbeugen: So schützen Sie sich
Mit einigen einfachen Maßnahmen können Sie das Risiko einer Nagelpilzinfektion senken:
- Tragen Sie in Schwimmbädern, Saunen und Gemeinschaftsduschen immer Badeschuhe.
- Trocknen Sie Ihre Füße nach dem Waschen gründlich ab, insbesondere die Zehenzwischenräume. Regelmäßige Fußbäder mit pflegenden Zusätzen unterstützen die Fußhygiene.
- Wechseln Sie Socken und Strümpfe täglich. Bevorzugen Sie atmungsaktive Materialien.
- Lassen Sie Schuhe nach dem Tragen gut auslüften und tragen Sie nicht jeden Tag dieselben Schuhe.
- Schneiden Sie Ihre Nägel gerade und nicht zu kurz, um Verletzungen am Nagelrand zu vermeiden.
- Behandeln Sie Fußpilz zwischen den Zehen frühzeitig, damit er sich nicht auf die Nägel ausbreitet.
Fazit
Nagelpilz ist hartnäckig, aber behandelbar. Je früher Sie die Anzeichen erkennen und handeln, desto schneller und einfacher verläuft die Behandlung. Auch die Techniker Krankenkasse empfiehlt frühzeitiges Handeln. Wenn Sie unsicher sind, ob es sich um Nagelpilz handelt, lassen Sie Ihren Nagel in unserer Podologie-Praxis in Potsdam begutachten. Wir beraten Sie individuell und begleiten Sie auf dem Weg zu gesunden Nägeln.
Quellen dieses Artikels:
Apotheken Umschau: Nagelpilz (Onychomykose) | AOK: Nagelpilz behandeln | TK: Was ist Nagelpilz? | diabetesDE: Füße und Diabetes




